Schatztauchen

Versunkener Reichtum
auf dem Meeresboden

Im Unterschied zum Sondeln - einer Freizeitbeschäftigung von allein in Deutschland mehreren zehntausend Menschen - ist das Tauchen nach Schätzen einer eher kleinen Gruppe vorbehalten:

Man muss nicht nur tauchen können (übrigens eine der beliebtesten Urlaubsbeschäftigungen der Deutschen), sondern man braucht erheblich viel Ausrüstung, wenn man wirklich gezielt nach Schätzen tauchen will. Ein Metalldetektor für ein paar hundert Euro , der einem Sondengänger vielleicht gute Ergebnisse bringt, ist bei der Schatzsuche unter Wasser nur wenig hilfreich.

In Deutschland sind die gesetzlichen Bestimmungen ausserdem für den Schatztaucher sehr unerfreulich, hinzu kommen z.T. Verhältnisse im Wasser, die beim Schatztauchen auch eher an harte Arbeit, denn an Freizeitbeschäftigung denken lassen: Die interessanten Gewässer sind stark befahren und die Sicht unter Wasser ist schlecht.

In der Ostsee sind eigentlich recht gute Bedingungen und sie liegt voll von interessanten Objekten, aber die gesetzlichen Bestimmungen machen gezielte Tauchgänge praktisch unmöglich. Grosse Gebiete der Ostsee sind für Taucher grundsätzlich tabu und dürfen nur im Rahmen von staatlich genehmigten archäologischen Untersuchungen betaucht werden.

Das Interesse von Schatztauchern richtet sich deshalb vor allem auf den karibischen Raum, wo vermutlich noch tonnenweise Gold und Silber auf dem Meeresgrund liegen. Obwohl die rechtlichen Voraussetzungen dort relativ günstig sind, ist es für Amateure schwierig, dort zu arbeiten, denn Schatzsuche unter Wasser ist technisch aufwendig. Und natürlich besteht auch die Gefahr, mit den Mitbewerbern aneinander zu geraten. Insbesondere die professionellen Schatzsucher lassen sich natürlich nicht gerne in die Suppe spucken.

Was viele Amateure aber auch gar nicht beachten, ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Schatzsuche sowohl an Land als auch - noch viel ausgeprägter - unter Wasser: Schatzsuche ist vor allem Schreibtischarbeit. Es müssen Dokumente gesucht und meistens aus einer altertümlichen Sprache heraus übersetzt werden, es müssen Strömungsberechnungen angestellt werden, denn die gesuchten Gegenstände (meistens ja ganze Schiffe) werden durch die Strömung versetzt und oft vom Sand völlig zugedeckt.

Wenn man das sorgfältig macht - es ist jahrelange Arbeit, ohne einen Tropfen Wasser zu spüren - dann kann das sehr erfolgreich sein. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen aufgrund der genauen theoretischen Vorarbeit die Schatzsucher gezielt ins Wasser gegangen sind und nach einer Stunde fündig waren.

Aber wir haben heute Möglichkeiten, von denen man früher nicht mal geträumt hat. Die Vernetzung über's Internet gibt die Möglichkeit zu schnellem Austausch, es gibt detaillierte Karten und Satellitenfotos, die Technik von GPR (Ground Penetrating Radar, also Bodenradar, Georadar) ermöglicht uns für kleines Geld den Blick in eine Tiefe, für die Heinrich Schliemann Hunderte von Arbeitern buddeln liess (wobei auch vieles leider zerstört wurde). Und selbst für Amateure ist es heute kein Problem mehr, "mal eben" in die entlegendsten Gebiete der Welt zu reisen, um sich vor Ort umzusehen.

Aktuell (2015) hat der Sensationsfund des Schatzschiffes "San José" das Thema wieder befeuert. Das Schiff war am 8. Juni 1708 vor der kolumbianischen Küste gesunken. Dieses Schiff mit einem schier unermesslichen Schatz an Bord - es soll sich um elf Millionen Goldmünzen und fast 200 Tonnen Smaragde handeln - ist nach einer jahrzehntelangen (!) Suche endlich entdeckt worden.
Das war vor allem die schon erwähnte Schreibtischarbeit, aber irgendwann muss man dann auch mit der Feldforschung beginnen.
Die Mittel, um das Schiff zu finden, waren ziemlich reichlich vorhanden, denn hier hat der Kolumbianische Staat richtig Geld in die Hand genommen, so dass die Forscher mit Unterstützung der staatlichen Resourcen (u.a. die Kriegsmarine mit ihren technischen Möglichkeiten) letztendlich fündig wurden. Übrigens an einem Ort, den ihnen eine private Schatzsucher-Firma angeblich schon vor 30 Jahren genannt hatte.
Es sind also Rechtsstreitigkeiten vorprogrammiert, nicht zuletzt, weil es um einen Wert von angeblich 3 bis 17 Milliarden US-Dollar geht.
Es werden viele kommen, die Ansprüche anmelden - gewinnen werden letztlich vor allem die Rechtsanwälte. Es ist zu hoffen, dass der historische Wert des Fundes in der ganzen Geldgier nicht völlig verloren geht . . . .


Die Angaben auf dieser WebSite sind sorgfältig recherchiert bzw. beruhen auf eigenen Erfahrungen.
An dieser Website wird noch gearbeitet, letztes UpDate war am 07.12.2015

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